Kamele gehören zur Familie der Camelidae und sind ganz besondere Tiere. Man erkennt sie an ihrem langen Hals, den schlanken Beinen und dem kleinen Kopf.
Es gibt zwei große Gruppen von Kamelen:
Dazu gehören:
Dromedar – mit einem Höcker
Trampeltier – mit zwei Höckern
Tulu - Kreuzung Trampeltier & Dromedar
Diese Kamele leben in heißen, trockenen Regionen wie Wüsten und Steppen in Asien und Nordafrika. Sie sind perfekte
Überlebenskünstler in Gegenden, in denen andere Tiere kaum existieren könnten. Darum nennt man sie auch „Wüstenschiffe“, weil sie durch die Dünen wie ein Schiff durchs Meer laufen.
Dazu gehören:
Lama – als Haustier gezüchtet
Alpaka – für ihre Wolle
Guanako – wildlebend
Vikunja – die kleinsten Kamele der Welt
Diese Tiere haben keine Höcker und leben vor allem in den hohen Anden
in Südamerika.
Sie können sogar in Höhen von über 5000 Metern atmen, wo die Luft sehr dünn ist.
Kamele sehen vielleicht ein bisschen ungewöhnlich aus, aber alles an ihrem Körper ist perfekt an ihre Umgebung angepasst:
Füße: Kamele haben keine Hufe, sondern breite, weiche Sohlen. So sinken sie nicht im Sand ein und können leicht über unebenes Gelände laufen.
Bewegung: Sie bewegen sich im sogenannten Passgang. Das bedeutet, dass sie immer beide Beine auf einer Seite gleichzeitig bewegen. Für Reiter fühlt es sich ein bisschen wie eine Schaukel an. Zähne: Kamele haben eine besondere Zahnform. Ihre unteren Schneidezähne sind spachtelförmig und ragen nach vorne. Sie helfen, harte und stachelige Pflanzen zu fressen. Blut: Ihre roten Blutkörperchen sind oval statt rund. Das klingt komisch, hat aber einen wichtigen Vorteil: Kamele können sehr schnell viel Wasser trinken, ohne dass ihr Körper Schaden nimmt. Höcker: Anders als viele denken, speichern die Höcker kein Wasser, sondern Fett. Ein kleiner oder schlaffer Höcker zeigt, dass das Kamel nicht genug zu essen hatte, auch Mütter mit Jungtier oder eine Bindegewebsschwäche kann eine Ursache sein.
Kamele sind echte Überlebenskünstler:
Sie können lange Zeit ohne Wasser auskommen. Wenn sie endlich trinken, schaffen sie es, in kurzer Zeit große Mengen aufzunehmen – manchmal bis zu 200 Liter in 15 Minuten! Ihre Körpertemperatur kann um mehrere Grad schwanken, sodass sie weniger schwitzen und Wasser sparen.
Kamele haben spezielle Nieren und einen sehr konzentrierten Urin, sodass kaum Wasser verloren geht.
Neuweltkamele in den Anden haben zusätzlich eine besondere Form der roten Blutkörperchen, die das Atmen in großer Höhe erleichtert.
Kamele sind gesellige Tiere:
Sie leben in Gruppen, die oft aus einem Hengst, mehreren Stuten und ihren Jungen bestehen.
Junge Kamele können schon kurz nach der Geburt laufen und sind schnell selbstständig.
Wenn junge Männchen älter werden, verlassen sie die Gruppe und bilden oft Junggesellengruppen.
Kamele zeigen manchmal ein auffälliges Sozialverhalten, zum Beispiel Kämpfe zwischen Hengsten um die Führerschaft.
Kamele sind Pflanzenfresser. Sie fressen Gräser, Blätter, Büsche und sogar stachelige oder salzhaltige Pflanzen.
Ihre Mägen sind dreigeteilt – ähnlich wie bei den Wiederkäuern, aber nicht ganz gleich: Sie kauen wieder und können so die harte Pflanzenkost gut verdauen.
Kamele sind seit Tausenden von Jahren wichtige Helfer für Menschen:
Sie wurden als Last- und Reittiere genutzt.
Sie liefern Milch, Fleisch und Wolle.
Lama und Alpaka stammen von wilden Vorfahren wie Guanako und Vikunja ab. Sie werden heute vor allem für ihre weiche Wolle gezüchtet.
Kamele wurden auch im Militär eingesetzt, zum Beispiel als Reittiere in Wüstengegenden.
Kamele haben besondere Antikörper, die in der Forschung für neue Medikamente wichtig sind.
Sie sind die einzigen Tiere mit ovalen roten Blutkörperchen, die gleichzeitig Wasser sparen und Sauerstoff aufnehmen.
2024 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Kamele erklärt – um auf ihre Bedeutung für Mensch und Umwelt aufmerksam zu machen.
Kurz gesagt: Kamele sind erstaunliche Tiere, die in heißen Wüsten genauso überleben wie in kalten Bergen, uns Lasten tragen, Milch und Wolle liefern und schon seit Jahrtausenden Menschen helfen. Sie sind echte Überlebenskünstler der Natur und haben viele Besonderheiten, die man so bei keinem anderen Tier findet!